Deutscher Alpenverein - Kletterverband Bayern

Faszination Freeclimbing & Free Solo

Geschrieben am: 28.04.2017 16:09

Freiklettern und Free Solo

Sich in schwindelerregende Höhen begeben? Ohne Hilfsmittel? Das wird Freiklettern oder auch Freeclimbing genannt. Diese Sportler haben mit einem gemütlichen Bergsteiger nichts mehr zu tun. Dabei überraschen Sie mit spektakulären Aktionen und neuen Rekorden.

Freiklettern – Was ist das?

Freiklettern oder auch Freeclimbing ist nicht, wie vielleicht der Name vermuten lässt, freies Klettern im wörtlichen Sinne. Beim Freeclimbing wird zwar auf technische Kletterausrüstung wie Steigklemmen, Strickleitern, etc. verzichtet, um Kletterpassagen zu überwinden, aber gesichert ist der Kletterer trotzdem mit einem Seil.  Ein Freikletterer nutzt nur Hände und Füße um sich in der Wand einzuspreizen und diese zu erklimmen. Das Material das zur Absicherung dient, darf nicht als Kletterhilfsmittel benutzt werden. Wäre dies der Fall würde das Klettern nicht mehr als Freeclimbing bezeichnet werden, sondern als technisches Klettern. Freiklettern bedeutet also frei (free) von technischen Hilfsmitteln sich fortzubewegen. Das Freiklettern ist nicht mit dem Free-Solo-Klettern zu verwechseln, bei diesem komplett ohne Sicherung geklettert wird.

Freiklettern - Geschichte

Der Kletterstil wurde das erste Mal im späten 19. Jahrhunderts praktiziert. Es wurde versucht auf künstliche Hilfsmittel als Unterstützung zu verzichten. In der Geschichte des Freikletterns spielt Paul Preuß (1886- 1913) eine bedeutende Rolle, dieser lehnte sämtliche technische Hilfsmittel ab.

Im Jahre 1908 wurde ein Kletterführer von Rudolf Fehrmann herausgegeben, fünf Jahre danach erschien ein Nachtrag der sämtliche sächsische Kletterregeln beinhaltete. Diese Regeln beruhen seit 1910 auf dem Grundsatz des „freien Kletterns“ ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel.

Später wurde die erste Schwierigkeitsskala eingeführt. Durch den sächsischen Bergsteiger  Fritz Wiessner, der 1930 nach Amerika auswanderte, wurden die Kletterregeln auch dort populär. Später wurde das Freiklettern vor allem von Kletterern des Yosemite-Nationalparks, die Pilgerstätte des Klettern, beeinflusst. Rund um 1970 wurde das Freeclimbing wie wir es heute kennen, von Amerika nach Deutschland gebracht.

Viele Routen und Wände sind ohne technische Hilfsmittel kaum zu bezwingen. Dementsprechend ist es eine Sensation, wenn es doch geschafft wird. Ein Beispiel hierfür ist der El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Im Jahr 2015 haben die beiden Kletterer Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson die 1.000 m hohe Wand im Freeclimbing ohne technische Hilfsmittel bezwungen.

Free-Solo-Klettern

Diese Form des Kletterns ist nicht mit dem Freiklettern zu verwechseln. Hier wird komplett auf Sicherungen und anderen Hilfsmitteln verzichtet. Ein Absturz hat hierbei fatale Folgen. Aber die fehlende Sicherung macht die Faszination des Free Solo aus.  Dabei kennt ein Kletterer die Route perfekt und versucht es nur, wenn er zu 100% sicher ist.

Es empfiehlt sich, die Route genauestens vorher zu studieren. Auch Profis werden sich nur an ein Free Solo wagen, wenn sie sich sicher sind, die Route physisch wie psychisch unversehrt zu überstehen.

Ein bekanntes deutsches Beispiel für das Free Solo ist der Kletterer Alexander Huber. Er bewältigte mehrere Routen im Free-Solo und stellte einige Rekorde auf. Eine extreme Kletterform ist das Free-Solo Speed Climbing, wo in kürzester Zeit, komplett frei die Route geklettert wird.

 

Dennoch ist diese Spielform des Kletterns nur etwas für erfahrene und sichere Kletterer.

Eine ähnliche Form des Free Solo, wenngleich nicht ansatzweise so gefährlich,  ist das Deep Water Soloing. Hier führt die Route über einem tiefen See oder Meer entlang. Im Fall eines Absturzes federt das Wasser den Aufprall ab. Natürlich besteht auch hier Verletzungsgefahr. Da das Wasser natürlich eine entsprechende Tiefe aufweisen muss, ist diese Art des Kletterns nur an wenigen Orten auf der Welt möglich, wie beispielsweise auf Mallorca oder in Kroatien.

Alles rund um das  Klettern finden Sie natürlich auch bei uns, ganz egal ob Freiklettern oder technisches Klettern. Bei Fragen oder anderen Anliegen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir wünschen einen schönen und sicheren Aufstieg bei Ihrer nächsten Klettertour.

Ihr Team von Dein-Klettershop.de 



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