Deutscher Alpenverein - Kletterverband Bayern

Leitfaden für das Hallenklettern

Geschrieben am: 06.01.2017 18:24

Verhalten Kletterhalle

In diesem Blogbeitrag finden Sie alles, was Sie rundum das Klettern und Bouldern in der Halle wissen müssen. Vom sicheren Klettern, über das risikoarme Bouldervergnügen bis hin zu den DAV-Hallen-Regeln.

Besonders im Winter nimmt der Andrang an die Kletterhallen und Kletterzentren zu. Draußen ist es viel zu kalt, so zieht es viele Kletterer und Boulderer in die Hallen. Auch als Training und Workout, um über den Winter fit für die nächste Saison zu bleiben, bietet sich das Hallenklettern optimal an. Aber worauf ist beim Hallenklettern zu achten und wie verhält man sich richtig?

 

Sicheres Klettern in der Kletterhalle

Neben dem allseits bekannten Partnercheck, sind noch weitere Hinweise und Informationen relevant, um in der Kletterhalle auf der einen Seite Spaß zu haben und um auf der anderen Seite aber auch mit der notwendigen Sicherheit seinem Lieblingssport nachgehen zu können.

Der Partnercheck sollte jedem Kletterer bekannt sein, egal, ob Anfänger oder Profi. Beim Einbinden am Gurt können schnell Fehler passieren, auch wenn man es schon oft gemacht hat. Auch das gute und sichere Sitzen des Klettergurtes muss vor jedem Start gecheckt werden. Weitere Fragen, die der Reihe nach hierbei abzuarbeiten sind, sind: Ist der Karabiner fest verschlossen? Ist das Seil richtig am Klettergurt eingebunden? Ist das Seil richtig ins Sicherungsgerät eingelegt? Ist das Seilende abgeknotet? Beachten Sie, dass Sie sich beim Vorstieg direkt am Klettergurt einbinden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt, ist: Sichern Sie nur mit vertrautem Sicherungsgerät. Eine Fehlbedienung muss ausgeschlossen sein. Egal, welches Sicherungsgerät Sie benutzen, es gilt immer: Eine Hand bleibt immer am Bremsseil. Beim Sichern ist auch immer der Gewichtsunterschied zu bedenken. Ist der Sichernde zu leicht, kann es beim Ablassen oder bei einem Sturz leicht zu schwerwiegenden Verletzungen kommen. Der Sichernde kann durch das Gewicht und den Schwung hochgerissen werden und mit dem Kopf oder anderen Körperteilen gegen die Wand schlagen. Im schlimmsten Fall stürzt der Kletterer ungebremst zu Boden.

Beim Vorstieg gilt unbedingt: Alle Zwischensicherungen auch benutzen. Auch bei jahrelanger Erfahrung kann es immer zu Stürzen kommen. Auch ist es möglich, dass der Kletternde zwar keinen Fehler macht, aber dass sich Klettergriffe plötzlich drehen oder unerwartet brechen.

Weiter müssen Zwischensicherungen immer aus einer stabilen Position eingehängt werden. Am besten werden Zwischensicherungen aus Hüfthöhe eingehängt. Vor allem zu Beginn der Route ist es wichtig, alle Zwischensicherungen zu nutzen, denn bis zur fünften Sicherung kann der Kletterer bei Stürzen auf dem Boden aufschlagen.

Grundsätzlich gelten beim Klettern auch folgende Regeln nach dem DAV:

Im besten Fall besucht man als Einsteiger und Anfänger einen Kurs zum Toprope oder Vorstieg-Klettern. So weiß man sicher, dass man die wichtigsten Grundregeln beherrscht und dass man auch das Sicherungsgerät korrekt bedient.

Besonders bei Kindern sollte man aufpassen, dass man sie nicht überfordert. Die Konzentrationsfähigkeit wie auch die Körperkraft sind hier geringer als bei Erwachsenen.

Lassen Sie sich beim Sichern nicht ablenken. Bleiben Sie bei der Sache und konzentrieren Sie sich auf Ihren Kletterpartner.

 

Regeln beim BouldernVerhalten beim Bouldern mit Kindern

Wärmen Sie sich vor dem Bouldern immer auf. Das Bouldern belastet nicht nur die Muskeln stark, sondern auch die Sehnen und Bänder. Achten Sie beim Aufwärmen aber darauf, dass Sie andere Boulderer nicht stören und sich auch selbst nicht einem unnötigen Risiko aussetzen. Suchen Sie sich einen geeigneten Bereich.

Kommen Sie sich gegenseitig nicht in die Quere. Halten Sie sich nicht direkt unter den Boulderern auf und bouldern Sie auch nicht zu nahe nebeneinander oder gar übereinander.

Lassen Sie sich beim Bouldern spotten. So kann ein Sturz abgefedert werden. Schultern und Kopf werden geschützt. Jedoch muss auch der Spottende darauf achten, dass er nicht direkt im Sturzbereich steht, sonst besteht Verletzungsgefahr.

Sie sind oben angelangt. Herzlichen Glückwunsch. Sie wären nicht der Erste, der sich nun folgende Frage stellt: Wie komme ich wieder runter? Grundsätzlich gilt: Besser Abklettern als Abspringen. Beim Abspringen können Sie sich verletzen oder Sie verletzen andere. Springen Sie doch, so achten Sie darauf, dass Sie sauber mit den Füßen aufkommen und abrollen.

Beim Bouldern wie beim Klettern gilt: Achten Sie auf die Kinder. Diese sind oft übermütig. Lassen Sie Ihnen den Vortritt und nehmen Sie Rücksicht. Denken Sie an Ihre Aufsichtspflicht als Eltern und lassen Sie Ihr Kind auch in geringer Höhe nie aus den Augen.

 

Regeln für die Kletterhalle

Neben den spezifischen Regeln und Hinweisen für das Klettern und Bouldern, gibt der Deutsche Alpenverein auch Regeln für das allgemeine Verhalten in der Halle einem an die Hand. Diese regeln vorwiegend das harmonische und sichere Miteinander in der Kletterhalle, um sich nicht zu behindern und um sich vor allem nicht gegenseitig zu gefährden.

Übernehmen Sie Verantwortung. In der Kletterhalle bedeutet dies, dass Sie Ihrem Kollegen, Ihrem Partner, aber auch anderen Kletterern helfend zur Seite stehen. Unterstützen Sie sich beim Einbinden, beim Sichern und machen Sie sie auch auf etwaige Fehler aufmerksam.

Um anderen Kletterern den Spaß nicht zu vermiesen, bleiben Sie fair und nehmen Sie Rücksicht. Reservieren Sie sich keine Routen, vermeiden Sie langes Ausbouldern und natürlich auch unnötige Stürze. Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Kletterlinien, um andere nicht zu gefährden. Falls Chalk in der Halle erlaubt ist, verwenden Sie nur so viel wie nötig.

Halten Sie die möglichen Sturzräume frei von Gepäck oder anderen Utensilien und verbringen Sie Ihre Pausen nur in ungefährlichen Bereichen.

Sollte es doch einmal zu einem Unfall, einem Sturz oder Ähnliches kommen, leisten Sie erste Hilfe und melden Sie es dem Personal in der Kletterhalle.

Ein Griff ist locker oder gebrochen? Ein Seil ist nicht richtig befestigt oder bereits stark abgenutzt? Geben Sie unverzüglich dem Hallenpersonal Bescheid, damit diese Gefahrenquellen beseitigt werden.

Gerne können Sie zusammen mit Ihren Kindern klettern. Aber sensibilisieren Sie Ihre Kinder, dass eine Kletterhalle kein Spielplatz ist. Lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt.

Klettern ist ein Sport mit Verletzungsgefahr. Daher darf mit Alkohol im Blut nicht geklettert werden. Auch das Rauchen ist aufgrund der Verletzungsgefahr zu unterlassen.

Konzentration ist in der Kletterhalle alles. Stören Sie nicht sich selbst und die anderen durch Musik, durch das Handy oder durch das Mitbringen von Tieren.

 

Dein-Klettershop.de wünscht Ihnen viel Spaß in der Kletterhalle!

Ihnen fallen noch weitere Hinweise, Ratschläge oder Richtlinien ein, die hier noch nicht erwähnt wurden? Gerne können Sie diese in den Kommentaren ergänzen.

Ihr Team von Dein-Klettershop.de



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