Deutscher Alpenverein - Kletterverband Bayern

Lawinenrucksäcke als Lebensretter

Unberührte Schneedecken und die ruhige Natur abseits der vollen Pisten haben einen besonderen Reiz. Allerdings bergen diese Bergregionen eine deutlich erhöhte Lawinengefahr für die Freerider und Tourengeher. Immer mehr Bergsportler machen deshalb einen Lawinenrucksack mit integriertem Airbag-System zu einem festen Bestandteil ihrer Ausrüstung.

Für welches Modell man sich am besten entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dein-Klettershop.de zeigt, welche Details dabei wichtig sind.

Lawinenrucksäcke für eine erhöhte Überlebenschance

Hinter den Airbag-Systemen in den Lawinenrucksäcken steckt das Prinzip des sogenannten Paranuss-Effekts. Dieser stellt fest, dass bei gleichzeitiger Bewegung mehrerer Teilchen, die größten einen Auftrieb erfahren und obenauf „schwimmen“. Das Wissen um dieses Prinzip wendet man bei der Technologie der Lawinenrucksäcke an.

Droht ein Bergsportler von einer Lawine verschüttet zu werden, zieht er an einem Griff an der Vorderseite des Lawinenrucksacks, wodurch das ABS-System den Airbag innerhalb weniger Sekunden aufbläst. Der Rucksack umfasst nun bis zu 170 Liter. Dieses vergrößerte Volumen führt dazu, dass der Freerider oder Tourengeher von der Lawine nicht komplett überrollt wird. So befindet er sich näher an der Oberfläche, was folgende Vorteile mit sich bringt:

  • Lufthöhlen sind an der Oberfläche häufiger.
  • Die Erstickungsgefahr sinkt deutlich.
  • Die Rettungskräfte können die verschüttete Person schneller finden.
  • Im günstigsten Fall kann sich das Opfer dank des Lawinenrucksacks selbst befreien.

Je weiter oben sich das Opfer befindet, desto höher sind seine Überlebenschancen. Im Idealfall können mitgeführte Lawinenrucksäcke eine Verschüttung unter tonnenschweren Schneemassen verhindern. Außerdem können Verletzungen durch einen Aufprall mit Felsen in unteren Schichten vermieden werden.

Lawinenrucksack: Unterschiede bei den Systemen

Hersteller von Lawinenrucksäcken wie Mammut und Ortovox wenden unterschiedliche Strategien für die Ausrüstungskonstruktion an. Unterschiede in den Konzepten zur Vermeidung einer Verschüttung und eine unterschiedliche Bewertung der Gefahrenpotenziale der Lawinenunfallphasen werden hier deutlich.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen dem ABS- und dem R.A.S.-System. Das erstere ist die gängigere Version, bei der sich je ein Airbag links und rechts am Lawinenrucksack befindet. Zieht der Bergsportler in einer Gefahrensituation nun an der Reißleine, dann öffnen sich die beiden Airbags an den Seiten, jeder mit 85 Liter Volumen. Dieser Vorgang wird durch einen pneumatischen Mechanismus ausgelöst. Das bedeutet, dass durch die manuelle Betätigung der Leine eine Kapsel zündet, die dann zu dem Mechanismus innerhalb von zwei bis drei Sekunden führt. Das ABS-System, das z.B. von ABS oder Ortovox verwendet wird, kann entweder fest im Rucksack integriert oder als Rückenplatte eingebaut sein.

Das Removable Airbag System, kurz R.A.S., hingegen wird vor allem von dem Hersteller Mammut verwendet. Hier sieht die Konstruktion einen Airbag mit 150 Liter Volumen in dem oberen Teil des Lawinenrucksacks vor. Bei einer Auslösung öffnet sich das Luftkissen hinter dem Kopf, der so besonders geschützt wird. Im Gegensatz zum ABS funktioniert das R.A.S. mechanisch, ebenfalls durch das Ziehen an der Reißleine.

Für alle Modelle gilt, dass es Systeme gibt, die fest integriert sind, während andere herausgenommen werden können. Auf jeden Fall müssen die Bergsportler genauestens mit dem Auslöseprozedere vertraut sein und das Airbag-System korrekt warten, damit das ABS-System einwandfrei funktioniert.

Auch andere Hilfsmittel wie eine leichte Lawinenschaufel  zur Rettung von verschütteten Alpinisten oder eine Lawinensonde zur Ermittlung der Verschüttungstiefe, die den Rettungskräfte die Suche deutlich vereinfacht, sollten zum Standardrepertoire abseits der präparierten Pisten zählen. Nach einem Lawinenabgang kommt zuerst das Lawinensuchgerät zum Einsatz. Wenn der Verschüttete ein eingeschaltetes LVS-Gerät bei sich hat, können Helfer mit ihrem eigenen die Person schnell orten. Im Anschluss lässt sich mit Hilfe der Sonde die genaue Lage und Verschüttungstiefe feststellen, worauf dann die Person ausgegraben werden kann. Die Lawinenschaufeln müssen möglichst leicht, aber gleichzeitig sehr robust sein. Es gibt Lawinenschaufeln, die mit zwei Handgriffen zusammengebaut werden, oder welche mit ausziehbarem Teleskopstiel. Beide Konstruktionsarten machen einen schnellen Einsatz im Falle einer Notsituation möglich.

Bei der Lawinensuche zählen Sekunden und diese gilt es bestmöglich zu nutzen.

Zusätzliche Funktionen von Lawinenrucksäcken

Freerider und Tourengeher müssen sich darüber klar werden, welche Faktoren ihnen bei einem funktionstüchtigen Lawinenrucksack wichtig sind. Wenn man im Lawinenrucksack noch Weiteres wie Kleidung und Verpflegung verstauen möchte, sollte man auf ein ausreichend großes Volumen achten. Tourengeher hingegen bevorzugen meist ein möglichst leichtes Rucksack-Modell, um nicht unnötiges Gewicht zu schleppen. Außerdem gibt es Rucksäcke mit Befestigungsmöglichkeit der Tourenski, einem Brustgurt mit Pfeife oder Stauraum für eine Trinkblase. Außerdem muss man darauf achten, dass Männer und Frauen unterschiedliche Größen benötigen, damit der Lawinenrucksack gut und fest auf dem Rücken sitzt.

Die Lawinenrucksäcke bei Dein-Klettershop.de zeichnen sich alle durch eine hervorragende Verarbeitung und großen Bedienkomfort aus. Gerne steht unser Team Ihnen mit einem freundlichen und kompetenten Kundenservice bei der breiten Auswahl an Modellen zur Seite. In unserem Sortiment haben wir auch eine Bandbreite an hochwertigen Schneeschuhen für Tourengeher.

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